Fallbeispiele

Wenn der Organismus aus dem Gleichgewicht gerät... Teil 1

 

....dann hat er verschiedene Möglichkeiten, dies nach außen zu zeigen: Über Husten, Lahmheiten, Verhaltensauffälligkeiten oder auch über die Haut, wie in diesem Beispiel.

Gerufen wurde ich zunächst wegen Rückenschmerzen. Die Stute hatte in letzter Zeit stark abgebaut und auch sonst gab es ein paar Auffälligkeiten. Für mich besonders spannend: Am gesamten Körper hatte die Stute Pusteln. In der Vergangenheit wurde der TA konsultiert, es wurden verschiedene Test durchgeführt, jedoch ohne Ergebnis. Für diese Pusteln gab es keine Erklärung.

 

Das Spannende: Bereits während der Behandlung wurden diese im Umfang weniger und schließlich, einige Tage später, erhielt ich diese Fotos: Die Pusteln waren verschwunden.

Behandelt hatte ich die Stute Osteopathisch mit dem Schwerpunkt Craniosacrale sowie fasziale Therapie. Auch die Organe wurden mit überprüft.

 

Desweiteren wurden Möglichkeiten zur Trainingsoptimierung besprochen. Ich bin gespannt, wie sich diese Patienten zum nächsten Termin weiter entwickeln wird.

Ein Osteopath sollte stets umfassend seinen Patienten im Blick haben, damit der gesamte Organismus - Körper und Seele - wieder ins Gleichgewicht kommen können.

 

Wenn der Organismus aus dem Gleichgewicht gerät... Teil 2

 

Wieder ein Pferd mit einigen Baustellen, unter anderem wurde vom TA Spondylose in der Brustwirbelsäule diagnostiziert....

 

Zwischen diesen Fotos liegen knapp 6 Wochen. Auf dem ersten Bild sind noch gut die Fellveränderungen zu sehen, die Entstörung in diesem Bereich ist auf dem zweiten Bild klar zu sehen, das Fell ist wieder einheitlich.

Wirbel im Fell können also eine Laune der Natur sein, in einigen Fällen sprechen sie aber auch für eine Störung im Organismus. Betroffen sein können Muskeln, Faszien, Knochen aber auch das Nervensystem.

 

Dieser Wallach benötigt nun übrigens seit rund 6 Monaten weder Schmerzmittel noch andere Medikamente, sein Wesen hat sich stark zum positiven Verändert. Warum ich dies hier erwähne? Weil es mich so sehr freut, dieses Pferd-Mensch-Paar begleiten und seine Entwicklung erleben zu dürfen. Für mich ist es stets ein großen Anliegen, die Selbstheilung des Organismus wieder zu aktivieren, bei diesem Patienten einfach besonders schön zu sehen.


Verklebte Faszien

 

Auf diesen Bildern ist sehr schön zu sehen, wie diese Faszie aussehen kann, wenn sie verspannt/verklebt ist.

Die Gründe für eine solche Verklebung können sehr vielfältig sein, direkt oder auch indirekt: Stress, Probleme mit den Zähnen, unpassende Ausrüstung, Schmerzen (auch in anderen Körperregionen, wie z. B. durch Spaterkrankungen).

 

Links: Vor der Behandlung, rechts: wenige Tage nach der Behandlung.


Schädelveränderungen nach Sturz

 

Diese Patienten war gestürzt und gute 20 cm mit dem Kopf über den Boden gerutscht. Man kann sich das, was dabei im Körper passiert, vorstellen wie ein Auto, das gegen eine Wand fährt: Stauchung durch das gesamte Fahrzeug bzw. den gesamten Körper, in diesem Fall vom Kopf durch die gesamte Wirbelsäule.

Optisch auffällig war dies am Nasenrücken zu sehen. 

 

Zum Glück reichte bereits eine Behandlung aus, um die Kopfform wieder zu "normalisieren", also in ein physiologisches Maß zu bringen, das Ergebnis entwickelte sich im Abstand einiger Wochen, manchmal braucht der Körper eben auch sein Zeit.

 

Vielen Dank an die Halterin für das Foto, Rechte liegen wie immer auf dieser Website bei Johanna Gottesleben.


Simon - vom seltsamen Gang bis zum Kastrationstrauma....

 

Als ich das erste mal ein Video von Simon sah, war der Unfall bereits einige Wochen her, doch sein Gangbild hatte sich nicht gebessert. Er lief sehr torkelig, mit der Hinterhand leicht versetzt zur Vorhand. Was genau passiert war, konnte keiner sagen, eines Tages kam er so von der Weide. Natürlich wurde auch der TA zur Rate gezogen.

 

Als ich Simon das erste mal besuchte, war er sehr in sich gekehrt, nicht mehr lebhaft, wie wohl sonst und hatte massiv abgebaut. Auf den Bildern deutlich zu sehen sind die schiefe BWS und LWS sowie Blockaden im ISG/Hüfte.

Simon behandelte ich mittels der craniosacralen Osteopathie. Bereits während der Behandlung konnte man sehen, wie sich der Abstand zwischen den Tuber Sacrale und dem Sacrum (Kreuzbein) anglich, der Übergang also wieder harmonischer wurde. Nach ca. 4 Wochen war ich noch einmal zur Kontrolle da, das ISG musste noch einmal nachbehandelt werden.

 

Danach ging es Simon deutlich besser: Er lief wieder mit Freude, war auch mal frech, so wie früher. Auf Wunsch der Besitzerin kam ich dann noch ein drittes mal zu Besuch, Simon war trotz der Verbesserung im ISG und der Wirbelsäule wieder recht schlapp. Die ISG-Problematik brauchte ich nicht mehr behandeln, da ich allerdings frisch von meiner Fortbildung mit den Schwerpunkten viszerale Osteopathie /Traumatherapie zurück war, konnte ich hier Simon nochmal auf dieser Ebene behandeln. Wie sich zeigte, gab es u.a. noch organische Probleme (bedingt durch den Unfall) sowie ein ungelöstes Geburtstrauma. Noch am selben Tag bekam ich die Rückmeldung, dass Simon nun wieder fröhlich über die Weide galoppiert. Und einige Tage später kam dann das letzte Foto, wo deutlich zu sehen ist, wie sich auch die Rippen wieder angehoben haben. Ich wollte euch die Bilder von Simon zeigen, damit ihr sehen könnte, was alles über diese sanften Behandlungstechniken möglich ist, selbst nach längerer Zeit (Geburtstrauma, Simon gehört schon zu den älteren Semestern; Unfall schon länger her,...) und dass es eben nicht auf die Kraft beim Behandeln ankommt sondern auf die Therapiemethode an sich (alles eine Frage der Technik). Ich wünsche Simon und seiner Besitzerin alles Gute und bedanke mich für das Vertrauen und die tolle Zusammenarbeit!

 

Links: Vor der Behandlung, Mitte: nach der Behandlung (leichte Höhenangleichung, während der Behandlung noch deutlicher zu sehen), rechts: aktuell (Oktober 2018).


Pferdewissen

Pferdewissen: Faszien des Kopfes I.

Die Fascia capitis bedeckt fast den gesamten Kopf! Sie liegt eng am Nasenrücken an und ist über die Stirn sogar mit Kopfhaut verbunden. Sie bedeckt die Ohrspeicheldrüse und die beiden größeren Muskeln M. masseter (großer Kaumuskel) und M. temporalis (Schläfenmuskel).

 

Warum ist diese kleine Info so enorm wichtig?

Eben weil die Haut am Kopf so dünn und sensibel ist, muss ganz besonders auf die richtige Passform und Verschnallung des Equipments geachtet werden. Drücken, scheuern oder rutschen Teile der Ausrüstung wie die Trense, der Kappzaum die Fliegenmaske oder auch der Fresskorb (um einige zu nennen), kann dies immense Auswirkungen auf den Kopf (evtl. Psyche) aber auch auf den gesamten Körper und somit den Bewegungsapparat haben!

 

*Rechte an den Bildern liegen bei Johanna Gottesleben

Das Pferd sollte stets genug Platz zum Schlucken und kauen haben, je nach Material  darf dieser Platz schon mal 1-2 Finger zwischen Nasenrücken und Nasenriemen betragen (ausgehend von einer durchschnittlichen Handgröße).


Pferdewissen: Faszien des Kopfes II.

 

Dieses mal geht es um eine andere, sehr wichtige Faszie am Kopf des Pferdes: Die Fascia masseterica (Faszie des großen Kaumuskels).

Auf diesen Bildern ist sehr schön zu sehen, wie diese Faszie aussehen kann, wenn sie verspannt/verklebt ist.

Die Gründe für eine solche Verklebung können sehr vielfältig sein, direkt oder auch indirekt: Stress, Probleme mit den Zähnen, unpassende Ausrüstung, Schmerzen (auch in anderen Körperregionen, wie z. B. durch Spaterkrankungen).

Es gilt also, die (direkte oder indirekte) Ursache zu finden und - sofern möglich - zu beheben, oftmals ist zusätzlich auch die Behandlung dieser Faszie nötig, um wieder Entspannung in den Kopf und somit den gesamten Körper zu bringen.

Warum in den gesamten Körper? Durch eine Läsion in dieser Faszie kann es zu weiter führenden, sekundären Verspannungen und Blockaden kommen: Das Kiefergelenk kann nicht mehr richtig öffnen/schließen, Verspannungen im Genick und Hals bis schließlich zu Lahmheiten in der Hinterhand können mögliche (!) Folgen sein. Anders herum ist dies natürlich genau so möglich (von hinten nach vorne), wie eine Domino-Effekt.

Deswegen ist das Wissen über Muskel- und Faszienketten so enorm wicht, sowohl für uns Therapeuten und Tierärzte als auch für Hufbearbeiter.

Als Pferdehalter kann ich stets empfehlen, sein Pferd genau zu beobachten, um Veränderungen wahr zu nehmen. Auch regelmäßige Fotos können hier weiter helfen, denn je früher Veränderungen festgestellt werden, desto eher können Folgeprobleme vermieden werden.

 

Für weitere Fragen könnt ihr mir wie immer sehr gerne schreiben.

 

Und wer mehr zu dem Thema Pferdegesundheit und Zusammenhänge lernen will: Eine Seminarreihe zum Thema ist bereits in Planung!

Die Fascia masseterica vor der Behandlung.

Die Fascia masseterica wenige Tage nach der Behandlung.


Pferdewissen: Faszien des Kopfes III.

 

Es gibt da eine Kleinigkeit, die allerdings großes Bewirken kann, im positiven wie im negativen Sinne.

Es geht um den Verschluss am Halfter. Ist der Druck durch den Verschluss zu stark (klein, kantig,...) kann dies bereits zu Verklebungen der Fascia masseterica und somit auch zu Verspannungen des großen Kaumuskel M. masseter führen. Was tun wir, wenn uns etwas weh tut? Richtig, wir schonen den Bereich bzw. vermeiden Bewegungen/Belastungen.

 

Eine mögliche (!) Folgekette:

- das Pferd schont die linke Wange

- die Zähne werden nicht mehr richtig abgenutzt

- die Verspannung zieht sich weiter in das Kiefergelenk

- Blockaden im Kiefergelenk und im Zungenbein sind möglich

- Muskeln, die oben am Genick/Schädel ansetzen werden durch die schonende Haltung ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen

 

= unklarer Gang an einem der vorderen Gliedmaßen

= mangelnde Losgelassenheit im Rücken da das Pferd im Kiefer fest ist.

Diese Folgesymptome durch Muskel- und Faszienketten können noch weiter gehen. Genau so geht es natürlich auch in die andere Richtung (von hinten nach vorne).

 

Oftmals wird eine verklebte Gesichtsfaszie nicht im Zusammenhang mit einer Bewegungseinschränkung des restlichen Körpers gesehen. Als Osteopath/Physiotherapeut ist es eben unsere Aufgabe, hier den Pferdekörper als ganzes zu sehen und auch auf solche Dinge (als mögliche Ursache) zu achten.

Nun können wir aber bereits durch Kleinigkeiten im Alltag etwas für unser Pferd tun und so gewisse Ereignisse verhindern: Wir verschnallen das Halfter richtig. Sowohl was die Höhe angeht als auch die Position des Hakens.

Eine Kleinigkeit, die allerdings großes Bewirken kann, im positiven Sinne.

 

Bildrechte liegen bei Johanna Gottesleben. Beitrag darf gerne geteilt werden.

 

P. S. Das Halfter dürfte außerdem natürlich etwas höher sitzen.


Pferdewissen: Ausrüstungstipp

 

"Das wäre fast ins Auge gegangen"

 

Manchmal gibt es Gründe, warum ein Halfter kurz offen bleiben muss. In diesem kurzen Moment kann es passieren, dass sich das Pferd erschrickt, ein Insekt vertreiben oder sich einfach nur schütteln will. Ist dann der Verschluss nirgends eingehakt, kann dieser tatsächlich ins Auge gehen und zu schlimmen Verletzungen führen!

Mein Tipp also: Auch wenn es nur für wenige Sekunden sein muss: Einfach den Haken irgendwo anders am Halfter fest machen. Damit beide Augen lange heile bleiben und nicht wegen einer so kleinen Sache Schaden nehmen. 


Pferdetagebuch

Schon für meine Stute habe ich als junges Mädchen regelmäßig Tagebuch geführt.

 

Da man sich nicht alles merken kann, was über das Jahr alles passiert ist, wie sich das Training verändert hat, wann das stolpern passiert, wie das Wetter dazu war, wann das Pferd genau hustet usw. habe ich dieses Pferdetagebuch entwickelt. 

 

Starten kann man damit jeder Zeit, es ist genug Platz für 365 Einträge, außerdem erwarten euch Tipps und Hinweise rund ums Pferd.

 

Bestellungen bitte per E-Mail oder vor unserem nächsten Termin kurz bescheid geben.

 

Kosten: 12,00€ inkl. Steuern